Überreichung der Alberten

In jedem Jahr erhalten alle Abiturienten auf Wunsch eine Alberte- entsprechend einer alten Tradition aus Ostpreußen.

Diese Alberte wird im Rahmen der Schulpartnerschaft zwischen dem ehemaligen Gymnasium in Pillkallen/ Schloßberg (Ostpreußen) und dem Gymnasium in Winsen an der Luhe überreicht von der

Kreisgemeinschaft Schloßberg e.V.
in der Landsmannschaft Ostpreußen

verbunden mit den besten Wünschen für eine glückliche und friedliche Zukunft in Freundschaft mit allen Völkern Europas und der Welt.

EINIGKEIT und RECHT und FREIHEIT
für unser deutsches Vaterland

Der Albertus oder auch Alberte

Ein Albertus ist eine Anstecknadel, die seit Anfang des 19. Jh. von Studenten der Albertus-Universität Königsberg und später auch von ostpreußischen Abiturienten getragen wurde. Die Anstecknadeln kamen 1801auf und wurden von Studenten an der Studentenmütze und von Abiturienten am Revers getragen.

Der Albertus geht zurück auf ein steinernes Reliefporträt von Herzog Albrecht an der Außenmauer des Königsberger Collegium Albertinum.

Er zeigt das Bildnis des Gründers der Hochschule, Herzog Albrecht von Preußen, im Brustbild, barhäuptig, im Harnisch und mit dem blanken Schwert, das dem Symbol seiner herrscherlichen Macht, über der Schulter. Das Schwert ist erhalten geblieben und wird in einem Museum Wiesbadens aufbewahrt.

Herzog Albrecht war ab 1511 der letzte Hochmeister des Deutschen Ordens in Preußen. Er trat 1525 zur Reformation über, säkularisierte den Deutschen Orden in Preußen in seiner Eigenschaft als eine Ordensgemeinschaft und verwandelte als erster Herzog in Preußen die katholisch dominierte weltliche Herrschaft des Deutschordens-staates in Preußen in das erbliche lutherische Herzogtum Preußen, das er bis zu seinem Tod regierte.

Alberten wurden von allen Studenten am Hut, sogar am Zylinder, getragen. Im Vormärz 1848 verboten, ging im weiteren Laufe des 19. Jahrhunderts in der Studentenschaft die Sitte, einen Albertus an der Mütze zu tragen, zurück; die Corps schafften den Albertus im Sommersemester 1875 ab. Zuletzt wurde der Albertus nur noch von den Burschenschaften Gothia und Teutonia getragen.

Einige ursprünglich Königsberger Studentenverbindungen tragen den Albertus noch heute an der Mütze oder haben ihn nach der Vertreibung und der Wiedergründung an westdeutschen Hochschulen wieder angelegt.

So tragen die Angehörigen des Kieler Corps Palaiomarchia-Masoviaden Albertus seit 1953 auf einer silbernen Spange zur Verbindung ihres Altmärker- und Masurenbandes in Erinnerung an ihr Gründercorps Masovia aus Königsberg.

Darüber hinaus wurden die Albertusnadeln auch zum Symbol für Absolventen von Gymnasien in Ostpreußen, die sich mit der erfolgreichen Abiturprüfung die Hochschulreife als Civis Academicus erworben hatten. Anläßlich der Abiturfeier erhielten die Abiturienten von Verwandten, Familienmitgliedern, Freunden und Bekannten solche Alberten.

An einigen deutschen Gymnasien, die Austausch- und Patenschafts-programme mit Schulen im heutigen Kaliningrad pflegen, war es auch in Westdeutschland üblich, daß den Abiturienten bei der Zeugnisübergabe eine entsprechende Anstecknadel überreicht wurde.